Minimalmengenschmierung

Die Minimalmengenschmierung (MMS) beruht darauf, die Schmiermittelmenge gegenüber der sogenannten Überflutungs(kühl)schmierung drastisch zu reduzieren. Dabei handelt es sich um eine Verlustschmierung, die oft auch als Trockenbearbeitung bezeichnet wird, da die Späne quasi-trocken sind.

Aus wirtschaftlicher Sicht und aus umweltlichen und gesundheitlichen Aspekten stellt diese Technologie eine echte Alternative zur Überflutungsschmierung dar.

Prinzip

Der spezielle Minimalmengen-Schmierstoff wird durch geeignete Dosiergeräte gezielt auf die Reibpaarung Werkzeug/Werkstück aufgetragen und minimiert die Enstehung von Reibungswärme, die zum Beispiel bei der Naßbearbeitung aufwändig abgeführt werden muss.

Zusätzlich kühlt die Sprühluft das Werkzeug, so dass die Werkzeugstandzeiten um bis zu 50% gegenüber der reinen Trockenbearbeitung (ohne jeglichen Schmierstoff) erhöht werden können.

Definition

Man spricht von Minimalmengenschmierung oder auch Minimalmengenkühlschmierung (MMKS), wenn die verbrauchte Menge bei maximal 50 mL/h liegt. Im Bereich zwischen 50 und 2000 mL/h spricht man von Mindermengenschmierung.

Vorteile

  • Oberflächengüte steigt ggü. der Naßbearbeitung
  • Verbrauch durch Ausschleppung sinkt deutlich
  • Teilereinigung entfällt oder wird erheblich reduziert
  • Ansatz und Pflege von Emulsion entfällt
  • Keine Entsorgung von Altöl oder Altemulsion
  • Maschinenreinigung entfällt
  • Saubere Arbeitsumgebung (Halle, Boden)
  • Luftreinheit steigt (keine verdampfendes Wasser, Ölnebel)
  • Späne sind (quasi-)trocken = direkte Weiterverarbeitung

Anwendungsbeispiel Sägen

Anforderungen an MMS-Schmierstoffe

Die Minimalmengenschmierung bewegt sich in einem Grenzbereich. Einerseits soll möglichst wenig Schmiermittel zum Einsatz kommen, andererseits muss die Prozesssicherheit unter Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes, der Arbeitssicherheit und der Umweltschonung gewährleistet sein.